Die Ortsteile von Kirkel

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Ortsteil Limbach

Limbach ist der zweitgrößte Ortsteil mit rd. 3.700 Einwohnern und einer Flächengröße von 753 ha.

Zu Limbach gehört auch die Wohnsiedlung Bayrischer Kohlhof, die per Gesetz 1985 von der Kreisstadt Neunkirchen in die Gemeinde eingegliedert wurde.

Sehenswürdig sind die evangelische Kirche aus dem 13. Jahrhundert und die Limbacher Mühle.

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Ortsteil Altstadt

Die Altstadt ist der kleinste der drei Ortsteile mit einer Einwohnerzahl von rd. 1.900 bei einer Gemarkungsgröße von 598 ha.

Sehenswürdig ist der Glockenturm - das Wahrzeichen der Altstadt, der sich im Zentrum des Ortsteiles befindet und 1859 errichtet wurde.

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Ortsteil Kirkel-Neuhäusel

Kirkel-Neuhäusel ist der größte Ortsteil mit rd. 4.700 Einwohnern und einer Fläche von 1.794 ha.

Seit 1997 ist der OT staatlich anerkannter Erholungsort.

Sehenswürdigkeiten sind die Burganlage aus dem 11. Jahrhundert mit den Ausgrabungen am Fuße der Burg, sowie dem jährlich stattfindenden "Kirkeler-Burgsommer" und das Heimat- und Burgmuseum Kirkel. Empfehlenswert ist ebenfalls eine Wanderung auf dem Felsenpfad und dem geologischen Lehrpfad.

Der Ort Limbach (Lientpach, Lindbach, Limpach) wird erstmals 1219 urkundlich erwähnt, doch dürfte er bereits zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert entstanden sein. Offenbar zur Unterscheidung von anderen Ansiedlungen gleichen Namens wird er Anno 1323 lateinisch mit "Limpach in strata publica" und 1387 als "Limpach uf der Straße" bezeichnet.

Gemeint war damit die uralte Straße, die aus Gallien (Frankreich) kommend über Metz, Saarbrücken und Kaiserslautern zum Rhein führte. Eine Urkunde aus dem Jahre 1386 erwähnt noch eine andere Straße, die gleichfalls durch Limbach führt und vom Oberrhein durchs Elsaß und das östliche Lothringen nach Luxemburg ging. Limbach war damit ein wichtiger Kreuzungspunkt, dessen Bedeutung noch dadurch unterstrichen wurde, daß von hier aus die Durchreisenden Geleitschutz erhielten. Nach der Urkunde von 1386 betrug die Geleitschutz gebühr damals z. B. für jedes Pferd 2 und für jede Achse 1 Schilling Straßburger Pfennige.

Pfalzgraf Johann bestellte um das Jahr 1550 einen Schultheiß und Zollbereiter zu Limbach, dem als Wohnung das "Geleithaus" zugewiesen wurde. Dieser hatte die Straßen zu überwachen und die Geleitgebühr einzuziehen. Um das Geleit, insbesondere aber den Straßenzoll, gab es zwischen den benachbarten Herrschaften Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken mehr als ein Jahrhundert lang Streit, der im Jahre 1591 fast zu blutigen Auseinandersetzungen geführt hätte.

Zu erwähnen wäre noch, daß an der Brücke, die bei Limbach über die Blies führt, ein Brückenzoll erhoben wurde. Der jeweilige Landesherr vergab diese Einnahmequelle in der Regel als Lehen. Der Dreißigjährige Krieg brachte auch für das Dorf Limbach das Ende; und es dauerte Jahrzehnte, bis sich in den niedergerissenen Mauern neues Leben regte. Etwa ab Beginn des 18. Jahrhunderts ging es dann wieder kontinuierlich bergauf, wenn auch, bedingt durch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Franzosen, nicht ganz störungsfrei. Als nach dem Frieden von Campo-Formio im Jahre 1797 das linsrheinische Gebiet nach französischem Vorbild gegliedert wurde, erlangte Limbach als Sitz einer Bürgermeisterei wieder größere Bedeutung. Ihr Zuständigkeitsbereich erfaßte die Orte Altstadt, Kleinottweiler und Niederbexbach bis hin zu Oberbexbach. Napoleons Niederlage 1815 bei Waterloo bedeutete auch das Ende der französischen Herrschaft und brachte eine staatliche Neugliederung, bei der Limbach an Bayern fiel. Die Grenzziehung zwischen Bayern und Preußen erfolgte nördlich der Annexe (Bayerischer) Kohlhof.

Noch heute sind die charakteristischen Grenzsteine zum größten Teil erhalten. Limbach liegt am Südufer der Blies und ist als zentraler Ort Sitz der Verwaltung und des gemeindlichen Versorgungsunternehmens. Es hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt etwa 3.500 Einwohner und eine Flächengröße von 753 ha. Zu Limbach gehört auch die Wohnsiedlung Bayerisch Kohlhof, die per Gesetz zum 1.4.1985 nun endgültig von der Kreisstadt Neunkirchen zur Gemeinde Kirkel zurückgekehrt ist. Für diese "Rückgliederung" hatten sich im Juli 1982 in einer nach Wahlrechtsgrundsätzen durchgeführten Bürgerbefragung 93,5 % der "Höfches" ausgesprochen.

Der Bayerisch Kohlhof, früher Gebietsteil von Limbach, wurde im Zuge der Gebietsreform von 1974 der Kreisstadt Neunkirchen angegliedert. Gegen die Abtrennung dieses Gebietsteiles wie auch gegen die Abtrennung des zur Gemeinde Kirkel-Neuhäusel gehörenden Eschweilerhofes hatten die neue Gemeinde Kirkel wie auch die früheren Gemeinden Kirkel-Neuhäusel bzw. Limbach beim Verfassungsgerichtshof des Saarlandes Verfassungsbeschwerde eingelegt. Diese wurde jedoch mit Urteil vom 17.11.1975 zurückgewiesen. Intensive Bestrebungen nach außen mit dem Ziel der Rückgliederung der Gebietsteile an die Gemeinde Kirkel kamen dann wieder im Februar 1980 auf, nachdem aufgrund der Regierungserklärung vom 29.8.1979 eine Überprüfung der Gebietsreform in Aussicht gestellt wurde.

Nachdem die Stadt Neunkirchen keine Bereitschaft zeigte, das Problem auf freiwilliger Basis im Rahmen eines Grenzänderungsvertrages zu lösen, hat die Gemeinde Kirkel mit Unterstützung der inzwischen gebildeten "Bürgerinitiative Bayer. Kohlhof" ihr Begehren auf die Rückgliederung der bewohnten Ortslage vom Bayer. Kohlhof an Parlament und Landesregierung gerichtet. Letztere erließ schließlich am 10.5.1983 eine entsprechende Rechtsverordnung. Diese wurde jedoch von der Stadt Neunkirchen angefochten, woraufhin der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes mit Urteil vom 30.1.1984 die Rechtsverordnung für nichtig erklärte. Somit gehörte das "Höfchen" wieder zum Gebiet der Kreisstadt Neunkirchen. Am 23.1.1985 schließlich erließ der Landtag des Saarlandes ein formelles Gesetz, das den Bayerischen Kohlhof ab 1.4.1985 wieder der Gemeinde Kirkel angliederte.

Jenseits der Blies, nur einen Steinwurf von Limbach entfernt, liegt der Ortsteil Altstadt, der mit Limbach praktisch einen Doppelort bildet. An dieser Stelle entstand ursprünglich die Ansiedlung Limbach, die dann etwa im 13. Jahrhundert auf das westliche Bliesufer verlagert wurde. Zurück blieb das heutige Altstadt, die "Alte Stätte". Aufgrund ihrer gemeinsamen Entstehungsgeschichte und ihrer unmittelbaren Nachbarschaft teilten Altstadt und Limbach das gleiche Schicksal und nahm ihre Entwicklung den gleichen Verlauf. Auch für Altstadt hatte die Lage an den zwei bereits genannten Verkehrsstraßen große Bedeutung. Ebenso der Übergang über die Blies, der noch heute die beiden Ortsteile in Form einer nun allerdings moderneren Brücke miteinander verbindet.

Über einen längeren Zeitraum hinweg befand sich in Altstadt die Hochgerichtsstätte der Herrschaft von Homburg, ehe sie im 17. Jahrhundert aufgegeben wurde. Sie lag auf einer bewaldeten Höhe in der Nähe des Friedhofes, die heute noch den Namen "Galgenberg" trägt. Das Symbol des ehemaligen Strafvollzuges findet sich in Form eines gestürzten Schwertes im Wappen der ehemaligen Gemeinde Altstadt wieder. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich dann Altstadt immer mehr zu einem unabhängigen Gemeinwesen, das ein eigenständiges Leben führte und seine ursprüngliche Namensgebung völlig vergessen ließ.

Seit dem 1.8.1997 ist der Ortsteil Kirkel-Neuhäusel staatlich anerkannter Erholungsort. Urkundlich wurde er erstmals Anno 1075 erwähnt. Dies war im Jahre 1975 Anlaß zu einer 900-Jahrfeier, deren Höhepunkt ein historischer Festzug darstellte, wie ihn in seiner Vielfältigkeit und Vollkommenheit unser Raum noch nicht erlebt haben dürfte. Fast 30.000 Zuschauer säumten die Straßen, als sich die einzelnen Gruppen, "Kirkel im Wandel der Zeit" verkörpernd, in Bewegung setzten.

Vorläufer von Kirkel war das Dorf Volkerskirchen. Es bestand aus einigen wenigen Bauernhöfen, die sich um die Kirche gruppierten. Die Kirche wurde vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert von einem fränkischen Adligen namens Volkhart oder Volker errichtet und nach ihrem Bauherrn Volkerskirchen genannt. Sie stand am ehemaligen alten Friedhof an der Neunkircher Straße und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts nach Errichtung der neuen protestantischen Kirche aufgegeben. Bei ihrem Abbruch konnte sie auf eine tausendjährige Vergangenheit zurückblicken. Sie hatte den Untergang des Dorfes Volkerskirchen, die Stürme des Dreißigjährigen Krieges und manch andere dunkle Stunde überdauert.

Die Geschichte von Kirkel wird geprägt von seiner Burg, deren Anfänge vermutlich aus dem 11. Jahrhundert datieren. Sie lag auf einem, dem Waldgelände vorgelagerten, kreisrunden Bergkegel und diente vornehmlich zur Überwachung der an dessen Fuß vorbeiführenden Straße. Die Burg war zunächst recht primitiv gebaut und wurde erst im Laufe der nächsten Jahrhunderte zu einer wehrhaften Feste umgestaltet. Erbauer war ein Bliesgraf, möglicherweise Gottfried von Kirkel. Die Burg befand sich dann nacheinander im Besitz der Grafen von Saarwerden, der Herren von Kirkel und - von 1410 bis 1793 - der Herzöge von Zweibrücken. Von letzteren gab namentlich Herzog Johann I. der Anlage Ende des 16. Jahrhunderts durch weitere Umbauten einen schloßähnlichen Charakter und machte sie zum Lieblingsaufenthalt seiner Familie. Der Dreißigjährige Krieg setzte dann dem höfischen Leben ein jähes Ende.

Nach mehreren Bränden wurde die Burg im Sommer 1689 endgültig zerstört. Der Nachwelt erhalten geblieben sind nur noch einige Ruinenteile und der nördliche Turm, der im Jahr 1955 renoviert wurde und nunmehr das Wahrzeichen von Kirkel-Neuhäusel darstellt.

Seit 1993 finden umfangreiche Ausgrabungen der Gemeinde Kirkel in Zusammenarbeit mit dem Staatl. Konservatoramt auf der Burg statt. Weitere Details zu den Arbeitsergebnissen finden Sie auf der Website von Christel Bernard und Jan Selmer.